So ein Kas!

23.01.2012 | 10:26 ·

… obwohl ich mich ja grundsätzlich für Christopher Kas über den Viertelfinal-Einzug mit Partner Santiago Gonzalez recht freue! Nur, hätt’ er irgendein anderes Doppel als die Nummer fünf Melzer/Petzschner entfernt, wär’s ungetrübte Freude gewesen. Nun ja, dafür kann „Kasi“ am allerwenigsten.

Es sind ganz sonderbare Gefühle, die den Beobachter ereilen, denn ich kenne „Kasis“ Vater seit Mitte der 90er-Jahre, als wir direkt benachbart beim Compaq Grand Slam Cup in München die Kommentatorkabine teilten. Herr Kas Senior hat die sympathische Ader 1:1 seinem Sohnemann vererbt, der Lebensfreude, Improvisationstalent und Humor, im Privaten wie on court, beispielhaft zur Schau trägt.

Nun weiß ich aus der Schilderung des Seniors, wie sehr er seinerzeit gehofft hat, dass der Filius irgendwann mal Fuß fassen möge im harten Profibusiness der ATP-Tour. Und wie entbehrungsreich der Weg dahin sodann verlaufen war.

Ich lebe jedes Mal richtig auf, wenn ich Christopher begegne, weil er – in Deutschland eher ein seltenes Phänomen – immer einen super Schmäh parat und die Fähigkeit hat, sein Gegenüber mit guter Laune anzustecken. An dieser Stelle danke dafür!

Seltsame Gefühle hatte aber nicht nur ich als befangener Zuseher, sondern in erster Linie ja die Protagonisten selbst. Petzschner, Trauzeuge von „Kasi“, Jürgen auch ein guter Freund – Peya bis vor kurzem an „Kasis“ Seite – all das spielt da mit, wenn man (siehe Tags zuvor Marach und Melzer) dann plötzlich gegeneinander spielt und all dies ausblenden sollte…

In diesem Sinne hier die Erläuterungen des bayrischen Sympathieträgers ersten Ranges, der diesmal damit am besten zurecht kam…

Teil 1:

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Teil 2:

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So ein „Kas“… heißt’s hingegen für Jürgen und „Petzsche“ nach dem unerwarteten Achtelfinal-Aus. Letzte Chance also im Mixed, wieder Showcourt 3 – diesmal mit Freundin Iveta Benesova als Ungesetzte gegen Mirza/Bhupathi. Und „unser“ Paar unterliegt im Match Tiebreak, wehrt zunächst zwei Matchbälle ab, vergibt dann eine Chance, ehe Inderin und Inder die Sache mit 12:10 für sich entscheiden.

Hier zieht Jürgen ein Resümee über die für ihn mäßig verlaufenen Australian Open.



Abschließend etwas zum Schmunzeln: Ekaterina Makarova sitzt also als Viertelfinalistin nach ihrem Sieg über Serena Williams im Presseauditorium und wird befragt: Während ich mich auf den mentalen Aspekt einschwöre, hat’s ein italienischer Journalist mit folgendem Zugang:

„You know, in Italy you can eat Makkaroni. (Raunen im Publikum) Did you ever hear of that and have you eaten it?“

„I know it tastes quite fine.“

Der Kollege lässt aber nicht locker und erzählt von dem bekannten ehemaligen Sommer-Ohrwurm „Macarena“, während sich Lachen breit macht, schläft Ekaterina eher das G’sicht ein. „Yes, I know it but I don’t like it too much…“

Der Kollege: „Why? It’s a nice song…“

„No, no, I mean the comparison! I hear that on tour as well but I don’t think it’s very funny…“ – und Makarova endet mit der Bemerkung: „Very strange questions to someone who just beat Serena!“
 
Was lernen wir daraus? Der Grat zwischen originell und infam ist ebenso schmal wie jener zwischen lustig und peinlich. – Aber irgendwie peinlich eigentlich, dass grad mir diese Erkenntnis kommt, net wahr? ;)

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