Eine richtig starke Aufschlagleistung

12.06.2011 | 23:58 ·

Erster ATP-Tour-Hauptbewerbssieg auf Rasen: Das freut mich dann doch sehr. Ich hab in ’s-Hertogenbosch in der ersten Runde gegen Blaz Kavcic mit 6:4, 6:7 (3), 6:4 gewonnen. Und das hab ich sicher zu einem großen Teil meinem Aufschlag zu verdanken: Ich hab heute wirklich extrem gut serviert, und zwar konstant von Anfang bis Ende. Es ist ziemlich zügig dort, noch eine Klasse mehr als letzte Woche in Queen’s, da hilft einem der Aufschlag natürlich sehr, das war ganz klar der Schlüssel zum Erfolg. Wenn der erste Aufschlag im Feld ist, dann hat man’s hier als Rückschläger richtig, richtig schwer.

Auf Rasen ist es natürlich nötig, ein bisschen mehr zu variieren als auf Sand: mal einen Slice-Aufschlag, mal auf den Körper, mal durch die Mitte. Das hab ich mir vorgenommen und auch gut umgesetzt. Dass ich nur vier Punkte über den ersten Aufschlag verloren hab und keinen Breakball abwehren musste, zeugt davon. Und das, obwohl Kavcic ein äußerst returnstarker Spieler ist – ich kenne ihn gut, ich hab schon gewusst, was da auf mich zukommt. Ich weiß aber auch: Wenn ich gut serviere, dann ist es manchmal relativ egal, wer drüben steht! ;) Da krieg ich dann eher wenig Breaks…

Ich hab das ganze Match über das Gefühl gehabt, ich hab’s im Griff. Ich war meist dem Break näher und hab auch mehr fürs Spiel gemacht. Umso mehr hab ich mich dann ärgern müssen, dass es doch in den dritten Satz gegangen ist. Das war alles ein bissl unnötig, ich hätt’s schon davor entscheiden müssen. Vor allem der vergebene Matchball bei 5:4 im zweiten Satz war bitter: Ich starte einen Super-Angriff mit einem Slice auf die Linie – und er passiert mich mit dem Rahmen. Aber solche Sachen passieren auf Rasen wohl etwas öfter. Ich hab mich drei Games lang etwas zu viel geärgert wohl, auch wegen einer, wie ich meine, Fehlentscheidung bei 6:5 und 30/30. Aber im dritten Satz hab ich mich dann zum Glück wieder rasch erfangen, das Break zum 3:2 geschafft und die Partie dann heimgespielt.

Vielleicht noch zur letzten Woche und warum’s da in Queen’s nicht so gut gelaufen ist: Das war ein ganz anderes Spiel. Gegen Donald Young ist es wirklich sehr unangenehm zu spielen, er ist ein Leftie, gibt einem wenig Rhythmus, spielt viele Stopps – einfach irrsinnig schwer gegen ihn. Noch dazu hat’s fast den ganzen Tag dort geregnet. Nur der Centercourt ist aber permanent abgedeckt, auf dem 9er-Platz geht doch ein bisschen Wasser durch auf den Court. Der Platz war nicht völlig nass, aber doch sehr feucht. Ich bin andauernd ausgerutscht, es war extrem schwer, sich da zu bewegen. Für den Gegner ist es im Prinzip dasselbe, aber vielleicht bin ich doch ein bisschen abhängiger davon als Andere, ob ich mich gut bewegen kann…

Seit Donnerstag bin ich jetzt hier in den Niederlanden, mein Trainer Karel ist seit Freitag da, früher hat es mit seinem Visum nicht geklappt. Ich hab daher, damit ich mich mit ihm noch einen Tag länger vorbereiten kann, beim Turnier extra angefragt, ob ich erst am Montag mein erstes Match haben kann. Und was ist passiert? Ich bin als eines von drei Matches gleich am Sonntag angesetzt gewesen! Da sieht man leider auch, dass so was nicht viel bringt ;) Aber jetzt ist es im Prinzip eh besser so, wie’s gekommen ist. Ich hab nach dem doch recht langen Match heute einen Tag frei, am Dienstag geht’s für mich dann wohl weiter.

Mein Gegner im Achtelfinale wird Ivan Dodig sein. Ich hab den ersten Satz von ihm gegen Victor Hanescu gesehen. Er ist hier sicher stark einzuschätzen, er serviert sehr gut, ist aber auch vom Return her gut. Er hat überhaupt ein Super-Jahr heuer, hat sehr starke Ergebnisse, das wird also sicher sehr schwer gegen ihn. Aber wenn ich so serviere wie heute gegen Kavcic, kann ich die Partie sicher lange offenhalten – und dann ist alles drin…

Ich melde mich wieder!

Euer „AHM“

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