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Sieg über Almagro trotz Armverletzung, Nervenstarker Melzer im Wien-Finale

30.10.2010 | 14:47 · (tennisnet)

Der 29-jährige Titelverteidiger besiegt den Spanier Nicolas Almagro trotz Armverletzung in zwei Sätzen und steht erneut im Endspiel.

Bild: Tennisnet
Jürgen Melzer hat dank einer sowohl spielerisch als auch nervlich überzeugenden Vorstellung das Finale des mit 650.000 Dollar dotierten ATP-Turniers in der Wiener Stadthalle erreicht. Der Titelverteidiger gewann gegen den auf Nummer drei gesetzten Spanier Nicolas Almagro (ATP 16) trotz Ellenbogenproblemen mit 6:4, 6:4.

Flitzer auf dem Feld


Almagro begann das Match furios und holte sich das erste Game in gerade einmal 49 Sekunden. Der Mann aus Murcia agierte im Gegensatz zu seinen ersten beiden Partien von Beginn an konzentriert und war sofort voll da. Doch auch der topgesetzte Niederösterreicher blieb bei eigenem Aufschlag ohne Probleme und so gelangte keiner der beiden Spieler in der Anfangsphase des Matches in die Nähe eines Breaks. Ein vor allem beim Tennis ungewöhnliches Vorkommnis ereignete sich beim Stande von 2:2, als zwei weibliche Flitzerinnen auf den Center Court liefen und mit einem Plakat für mehr Tierschutz plädierten.

Melzer holt Break im neunten Game

Im verflixten siebenten Spiel ergaben sich bei Aufschlag Almagro nun erstmals Chancen für den Niederösterreicher, der 30:15 führte und dann in einem langen Ballwechsel eine Rückhand nur knapp ins Aus setzte. Das Game ging über Einstand, doch der Spanier hielt sich weiter mit seinen knallharten Aufschlägen und einer starken kämpferischen Einstellung im Spiel. Beim Stande von 4:4 war Melzer wieder dran und nutzte seine zweite Breakmöglichkeit zur umjubelten 5:4 Führung. Souverän servierte der Mann aus Deutsch-Wagram, der von seiner Box während des gesamten Matches lautstark angefeuert wurde, den Satz zum 6:4 aus.

Blitzstart von Almagro


Im zweiten Druchgang begann Almagro frustriert und spielte hopp oder topp, was Melzer bereits im ersten Game die Chance zum erneuten Break ermöglichte. Doch Almagro behielt die Nerven, steigerte sich und hatte im zweiten Game dann selbst zwei Breakbälle, wovon er auch den zweiten verwerten konnte. Der 25-jährige Spanier quittierte den Spielgewinn mit einem lautstarken Freudenschrei. Souverän stellte er auf 4:1, als der Physiotherapeut den Platz betrat, um Melzers Arm zu behandeln.

Melzer angeschlagen

Der Niederösterreicher nahm eine „Medical Timeout“, in der er am Boden behandelt wurde. Eine wohl auf die lange und anstrengende Saison zurückzuführende Sehnenscheidenentzündung verursachte Bange Momente bei Melzer und dem Publikum. Doch Österreichs unangefochtene Nummer eins kam bei eigenem Aufschlag zurück auf den Platz und holte sich in einem engen Game auch das 4:2. Jetzt zeigte Almagro Nerven, als er beim Stande von 40:15 zwei Doppelfehler servierte und unter tosendem Beifall des Publikums Melzer das Break nahezu schenkte.

Melzer nervenstark

Der nervlich angeschlagene Spanier erholte sich von diesem Spielverlust nicht mehr und kassierte ein weiteres Break zum 4:5. Sichtlich vom Publikum genervt, gelang es ihm nicht mehr dagegenzuhalten. Melzer servierte den Satz erneut souverän aus und verwandelte gleich seinen ersten Matchball. Im Finale trifft er nun auf seinen niederösterreichischen Landsmann Andreas Haider-Maurer, der Michael Berrer in drei Sätzen besiegte.

Melzer wünscht sich österreichisches Finale

Nach der Partie zeigte sich Melzer sichtlich erleichtert und glücklich: "Ich möchte mich beim Publikum bedanken, das mich heute super durchgepeitscht hat. Anfang des zweiten Satzes hab ich einen Stich im Ellenbogen bekommen und konnte kaum servieren. Der Physiotherapeut hat das dann wieder eingerenkt, danach ist es halbwegs gegangen. Ich hab's bei 1:4 geschafft, den Kopf drinnen zu behalten und Gott sei Dank das Rebreak gemacht. Jetzt wünsche ich mir natürlich, dass ich morgen im Finale gegen Andi spielen darf." (Text: cs, Foto: GEPA pictures)

Hier alle aktuell laufenden internationalen Turniere im Überblick.

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