Viertelfinale in Halle: Kohlschreiber erfüllt seine Pflicht, Haas glänzt

14.06.2012 | 09:04 · (tennisnet)

Der beiden Deutschen stehen bei den Gerry Weber Open unter den besten Acht.

Bild: Jürgen Hasenkopf

Philipp Kohlschreiber ist zum sechsten Mal in Folge in das Viertelfinale der Gerry Weber Open in Halle eingezogen. Der Titelverteidiger beim mit 663.750 Euro dotierten Rasenturnier setzte sich im Achtelfinale gegen den Polen Lukasz Kubot mit 6:7 (5), 6:1, 6:3 durch. Auch Tommy Haas steht unter den besten Acht. Der 34-Jährige glänzte bei seinem 6:3, 6:4-Erfolg gegen den Spanier Marcel Granollers. Während Kohlschreiber, an acht gesetzt, nun auf den Topgesetzten Rafael Nadal trifft, spielt Haas im Viertelfinale gegen den an drei gesetzten Tschechen Tomas Berdych.

"Den ersten Satz muss ich nicht verlieren. Im Tiebreak habe ich etwas zu zaghaft und ängstlich gespielt. Ich hatte aber immer das Gefühl, dass ich einen Tick besser war", analysierte Kohlschreiber.

Wendepunkt Anfang des zweiten Satzes

Im ersten Satz sahen die Zuschauer in Halle ein von den Aufschlägen beider Spieler geprägtes Spiel. Kohlschreiber servierte sechs Asse und ließ keine Breakchance gegen sich zu. Kubot schlug ebenfalls gut auf und brachte vier Asse ins Ziel. Die einzigen Breakchancen im ersten Satz vergab Kohlschreiber, als er bei 5:5 zwei Breakbälle nicht nutzen konnte. Das sollte sich dann im Tiebreak rächen, der mit 7:5 an den Polen ging.

Der Wendepunkt im Match war schließlich die Anfangsphase im zweiten Satz. Kohlschreiber wehrte im ersten Aufschlagspiel einen Breakball ab und breakte Kubot anschließend zweimal zu einer 4:0-Führung. Auch im dritten Satz startete der Deutsche sofort mit einem Break und servierte den Vorsprung zu einer 5:3-Führung. Mit dem zweiten Break und dem ersten Matchball nach 2:03 Stunden machte Kohlschreiber den insgesamt siebten Viertelfinaleinzug in Halle perfekt.

Noch ohne Sieg gegen Nadal

Nach der erfolgreichen Pflichtaufgabe gegen Kubot könnte nun die Kür gegen Nadal folgen, gegen den der 28-Jährige in bislang neun Duellen sieglos blieb. "Gegen Nadal habe ich schon einige Packungen auf Sand kassiert. Auf Hartplatz hatte ich aber schon gute Kämpfe mit ihm. Die Chancen gegen die Topspieler zu gewinnen, sind immer sehr gering. Aber ich denke, dass ich auf Rasen die größten Chancen habe, gegen Nadal zu gewinnen. Ich werde mich beim Florian Mayer erkundigen, wie man gegen Nadal gewinnt", blickte Kohlschreiber voraus.

Haas bestätigt Wildcard für Wimbledon

Haas zeigte bei seinem 78-minütigen Auftritt auf dem Rasen von Halle eine glänzende Vorstellung. Der 34-Jährige bewies mit seinem variantenreichen Spiel, dass er zu Recht eine Wildcard für Wimbledon erhalten hatte. Bei eigenem Aufschlag war Haas fast unantastbar und streute immer wieder erfolgreiche Serve-and-Volley-Einlagen in sein Spiel ein. Zwei Breaks reichten dem Halle-Sieger von 2009, um in sein sechstes Viertelfinale bei den Gerry Weber Open einzuziehen.

"Wir haben beide auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden. Ich musste auch so gut spielen, um gegen ihn eine Chance zu  haben. In Halle kann ich glücklicherweise meist mein bestes Tennis abrufen. Das ist natürlich super für mich und die Zuschauer", bilanzierte Haas nach seinem Sieg.

Viertelfinale gegen Berdych

Ins Viertelfinale gegen Berdych geht Haas als Außenseiter. Im direkten Vergleich liegt der Wahl-Amerikaner mit 1:2 zurück. Das einzige Duell auf Rasen gegen Berdych ging vor sechs Jahren in Wimbledon verloren. Haas unterlag Berdych damals knapp in fünf Sätzen. 

"Wir haben lange nicht mehr gegeneinander gespielt. In Wimbledon habe ich 6:8 im fünften Satz verloren. Da hätte ich auch gewinnen können. Berdych ist mittlerweile sehr gereift und ein etablierter Top-10-Spieler. Ich muss gegen ihn wie heute sehr gut aufschlagen und viel variieren", sagte Haas. (Text: cab; Foto: Jürgen Hasenkopf)

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