Djokovic zu Armstrong: "Er sollte für seine Lügen büßen"

18.01.2013 | 11:16 · (tennisnet)

Der Serbe verurteilt den gefallenen Rad-Star scharf und glaubt, dass Tennisspieler die "saubersten Athleten der Welt" sind.

Bild: GEPA pictures

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat Lance Armstrong nach dessen Doping-Geständnis hart angegriffen. "Ich finde, es ist eine Schande für den Sport, einen solchen Athleten zu haben", sagte Djokovic in Melbourne nach seinem Einzug ins Achtelfinale der Australian Open. "Er hat den Sport betrogen. Er hat viele Menschen auf der ganzen Welt mit seiner Karriere und seiner Lebensgeschichte betrogen", sagte der Serbe. "Er sollte für seine Lügen über all die Jahre büßen."

Armstrong hatte in einem ausgestrahlten Fernseh-Interview bei Oprah Winfrey zugegeben, sich von Mitte der 90er Jahre bis 2005 unter anderem mit EPO, Eigenblut, Kortison und Wachstumshormonen gedopt zu haben. Djokovics Landsmann Janko Tipsarevic attackierte den US-Amerikaner ebenfalls. "Er hat so viele Leute im Sport und in seinem Umfeld betrogen", schimpfte der Serbe. Die russische Weltranglisten-Zweite Maria Sharapova bezeichnete die Vorgänge um Armstrong als "sehr traurige Geschichte".

Kaum Bluttests bei Djokovic

Ihren eigenen Sport halten die Tennis-Stars hingegen für sauber. "In meinen Augen sind die Anti-Doping-Regeln im Tennis gut", sagte Djokovic. "Ich glaube, Tennisspieler sind mit die saubersten Athleten auf der Welt." Allerdings räumte der 25-Jährige ein, dass es bei ihm in den vergangenen sechs, sieben Monaten keine Bluttests gegeben habe. Der Tennis-Weltverband ITF hat diese aus Kostengründen reduziert.

Er habe jedoch nichts gegen eine Ausweitung der Tests. "Je mehr Urin-Tests, je mehr Blut-Tests sie nehmen, desto besser. Dann bist du sicher, dass es ein sauberer Sport ist und jeder die gleiche Behandlung erfährt", sagte Djokovic. Sharapova stimmte ihm zu. "Ich bin froh, dass unserer Sport so sauber ist, wie er nur sein kann und dass wir so oft getestet werden", sagte die ehemalige Nummer eins der Welt. Jeder Spieler müsse stets exakt angeben, wann er wo und wie lange sei. Selbst an ihrem Geburtstag sei sie bereits getestet worden, "und sie hatten nicht mal Blumen dabei", witzelte die Russin, um dann wieder ernst zu werden. "Egal ob Urin- oder Bluttests, wir sind alle da, um den Sport so sauber wie nur möglich zu halten." (Text: dpa; Foto: GEPA pictures)
 

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