Davis Cup gegen Australien: Stebe und Tomic machen den Anfang

13.09.2012 | 11:35 · (tennisnet)

Im zweiten Einzel des Relegationsspiels stehen sich Florian Mayer und Lleyton Hewitt gegenüber.

Bild: GEPA pictures

Intern schwelte es mehr als ein halbes Jahr, den großen Knall auf dem Platz will das deutsche Davis-Cup-Team nun verhindern. Gegen Australien kämpft die Auswahl von diesem Freitag (11.30/Einsfestival) an in Hamburg gegen den ersten Abstieg aus der Weltgruppe seit 2003 und den dritten insgesamt. "Es ist ein enges Match. Ich denke, dass alle Partien spannend werden", meinte Teamchef Patrik Kühnen am Donnerstag.

Rafter froh, dass Haas und Kohlschreiber nicht spielen


Der 28-malige Cup-Sieger Australien um Altmeister Lleyton Hewitt wittert seine Chance, nach fünf Jahren Zweitklassigkeit unter die besten 16 Nationen zurückzukehren - denn die Gastgeber treten ohne den ausgebooteten Topspieler Philipp Kohlschreiber und den pausierenden Routinier Tommy Haas an. "Für uns ist es besser, dass sie nicht spielen", gab Australiens Kapitän Patrick Rafter nach der Auslosung auf dem Center Court am Rothenbaum unumwunden zu.


Nun sollen Florian Mayer und der unerfahrene Cedrik-Marcel Stebe im Einzel sowie Philipp Petzschner und Benjamin Becker im Doppel den Sturz in die Zweitklassigkeit verhindern. Stebe eröffnet die Partie gegen seinen zeitweiligen Trainingspartner Bernard Tomic, danach tritt Mayer gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Hewitt an.

Hewitt gibt sich selbstbewusst


Petzschner und Becker treffen am Samstag auf die im Davis Cup noch ungeschlagenen Chris Guccione und Hewitt. Becker verlor gemeinsam mit Stebe in Wimbledon hauchdünn gegen den stark aufschlagenen Linkshänder und den Aussie-Star. In den abschließenden Einzeln am Sonntag trifft Mayer zunächst auf Tomic, danach spielt Stebe gegen den 31-jährigen Hewitt. Australiens Akteur mit den meisten Siegen im Davis Cup verkündete trotz des langsamen Sandplatzes und der Herbstkühle selbstbewusst: "Auf diese Chance haben wir ein Jahr gewartet. Wir werden sie uns nicht entgehen lassen."


Skepsis aus deutscher Sicht ist sieben Jahre nach dem Wiederaufstieg angebracht: Stebe bestritt seinen einzigen Einsatz im Davis Cup im Februar beim 1:4 gegen Argentinien, als die Entscheidung schon gefallen war. Seine Nervosität halte sich in Grenzen, erklärte der 21 Jahre alte Linkshänder. "Es ist schon etwas Besonderes, als Erster auf den Platz zu gehen, aber es überwiegt die Freude", betonte der 127. der Weltrangliste. Gegen Hewitt unterlag er im Januar bei den Australian Open - wenn auch erst nach starker Gegenwehr.

Mayer ohne Glanz im Davis Cup


Mayer hat mit 4:7 eine negative Bilanz im Davis Cup, verlor seine letzten vier Einzel und ist gegen wirklich starke Konkurrenten noch ohne Sieg. 2006 gegen Thailand und 2010 gegen Südafrika steuerte der Bayreuther jeweils zwei Erfolge zum Klassenverbleib bei. Die Australier sind allerdings ein anderes Kaliber. "Ich bin ein bisschen erfahrener im Davis Cup und nicht mehr so nervös wie am Anfang. Die Bedingungen sind langsam, das ist gut für uns", unterstrich Mayer.


Die Bilanz gegen die Gäste ist mit zwei Siegen und vier Niederlagen negativ. Beim letzten Vergleich im Viertelfinale 2000 in Adelaide war Hewitt schon dabei, der jetzige Kapitän Rafter sorgte im Doppel für den entscheidenden 3:0-Vorsprung. Der bislang letzte deutsche Erfolg war ein Höhepunkt: 1993 in Düsseldorf gelang mit 4:1 der dritte Davis-Cup-Sieg. Michael Stich und Kühnen holten dabei im Doppel die wichtige 2:1-Führung. (Text: dpa; Foto: GEPA pictures)



 

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