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Nach langer Verletzungsmisere: Sharapova greift nach Wimbledon-Titel

02.07.2011 | 08:52 · (tennisnet)

Endspielgegnerin Petra Kvitova peilt ihren ersten Grand-Slam-Titel an.

Bild: tennisnet

Eine Außenseiterin fordert bei ihrer Premiere in einem Grand-Slam-Finale eine wiedererstarkte Siegerin vergangener Tage. Petra Kvitova und Maria Sharapova stehen sich am heutigen Samstag um 14.00 Uhr im Endspiel der 125. All England Championships gegenüber. Während es für die Tschechin der erste Triumph wäre, peilt die drei Jahre ältere Russin ihren zweiten Titel in Wimbledon an.


Sharapova endgültig zurück


Sharapova könnte mit ihrem insgesamt vierten Major-Triumph ihre langwierigen Verletzungsmisere auch definitiv vergessen lassen. Im Mai 2009 war Sharapova nach neunmonatiger Pause wegen einer Schulteroperation bis auf Platz 126 zurückgefallen, ehe sie den langen Weg zurück antrat. In diesem Jahr scheint es nun wieder zu klappen. Nach dem Sieg in Rom erreichte das "Glamour Girl" der Tennisszene auch die Halbfinals in Indian Wells und Roland Garros und nun das Wimbledon-Endspiel. Auch wegen dieser neuen, alten Konstanz wird die 24-Jährige am Montag erstmals seit August 2008 wieder unter den Top-Fünf der Welt aufscheinen.



Beim 6:4, 6:3 im Halbfinale gegen Deutschlands Aufsteigerin Sabine Lisicki offenbarte Sharapova vor allem bei eigenem Aufschlag Schwächen (13 Doppelfehler), die sie aber mit ihrer Routine wieder wett machte. Erstmals seit 2004, als sie mit 17 Jahren die Trophäe holte, steht die im frühen Kindesalter von Sibirien nach Florida emigrierte Russin wieder im Endspiel. "Es ist einige Jahre her, dass ich so weit war. Das ist ein großartiges Gefühl", meinte die bestverdienende Sportlerin der Welt, die ohne Satzverlust ins Finale stürmte, nach vollbrachter Arbeit. Die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste hält auch die Ehre der "verdienstvollen" Spielerinnen hoch, nachdem sich Titelverteidigerin Serena Williams ebenso wie ihre Schwester Venus sowie die aktuelle Weltranglistenerste Caroline Wozniacki bereits im Achtelfinale verabschiedet hatten. Mit ihren knapp 24 Jahren und 2 Monaten war Sharapova die "Old Lady" unter den Halbfinalistinnen, sie hatte auch deutlich mehr Matches bei Grand Slams gewonnen als das übrige Trio zusammen (113:94).


Überraschender Finaleinzug von Kvitova


Kvitova hatte ihr bisher wichtigstes Finale durch ein 6:1,3:6,6:2 gegen die Weißrussin Victoria Azarenka erreicht. Die tschechische Weltranglisten-Achte, die bereits für das WTA-Turnier in Bad Gastein vom 9. bis 17. Juli genannt hat, war aufgrund ihrer Erfolge der letzten Monate mit Siegen in Brisbane, Paris Open und Madrid dem erweiterten Favoritenkreis zugerechnet worden. Dass es für das Finale reichte, überraschte trotzdem.


"Es ist unglaublich, dass ich es geschafft habe", sagte die schüchtern wirkende Kvitova nach dem Match. Gegen Sharapova hält die 21-Jährige in direkten Duellen bei nur einem Vergleich in Memphis 2010 bei einer 0:1-Bilanz. "Sie hat hier schon einmal gewonnen, sie weiß wie es ist, im Finale zu stehen und das ist ein Vorteil. Aber da ich schon einmal gegen sie verloren habe, muss ich jetzt gewinnen", erklärte Kvitova.


Historischer Finaleinzug


Die Tschechin wandelt erfolgreich auf den Spuren ihrer Landsfrau Martina Navratilova. Sie ist die erste Linkshänderin im Wimbledon-Endspiel, seit die neunfache Siegerin dies 1994 geschafft hatte. Kvitova schaut aber noch vier Jahre weiter zurück: 1990 hatte Navratilova gegen Zina Garrison ihren letzten Titel geholt. Auf die Frage, was denn im Finale gegen Sharapova für sie spreche, antwortete Kvitova wie aus der Pistole geschossen: "Meine Linkshändigkeit". (Text: APA, Foto: GEPA pictures)

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