Wimbledon: Becker, Mayer und Petzschner stark, Kamke chancenlos

25.06.2012 | 14:36 · (tennisnet)

Drei aus vier - so sieht die Bilanz des ersten Spieltages in London bei den Herren aus schwarz-rot-goldener Sicht aus.

Bild: GEPA pictures

Ein Trio ist weiter: Benjamin Becker, Philipp Petzschner und Florian Mayer haben am Montag als erste deutsche Herren die zweite Runde von Wimbledon erreicht. Während Becker über vier Sätzen gehen musste, hielten sich Petzschner und Mayer schadlos. Ein Deutscher steht damit schon fix in der dritten Runde, denn Petzschner und Mayer treffen nun aufeinander. Lediglich Tobias Kamke ist bereits ausgeschieden.

Becker beendet Grand-Slam-Negativserie

Becker hatte als Erster sein Auftaktmatch gewonnen. Der Weltranglisten-124. aus Mettlach bezwang etwas überraschend den früheren Top-Ten-Spieler James Blake aus den USA mit 6:7 (4), 7:5, 6:0, 6:4. Dabei wäre Becker bei 6:7 (4), 3:5 sowie 4:5 und 30/40 beinahe 0:2 in Sätzen in Rückstand geraten, drehte danach aber die Partie. Für den von Verletzungen geplagten 31-Jährigen ist es der erste Zweitrunden-Einzug bei einem der vier Grand-Slam-Turniere seit den Australian Open 2011. Becker spielt nun gegen den an 28 gereihten tschechischen Routinier Radek Stepanek, der von der Aufgabe des Ukrainers Sergiy Stakhovsky bei 6:1, 1:0 profitierte.

Petzschner: "Bin etwas überrascht"

Der Wimbledon-Sieger im Doppel von 2010, Petzschner, gewann gegen den Slowenen Blaz Kavcic mit 6:4, 6:4, 6:2. Der Weltranglisten-101. aus Bayreuth unterstrich damit seine derzeit gute Form auf Rasen. Im niederländischen ’s-Hertogenbosch hatte der 28-Jährige sich am Samstag ja erst im Endspiel dem topgesetzten Spanier David Ferrer geschlagen geben müssen. "Das war ein sehr gutes Match, ich hatte es zu jeder Zeit im Griff und habe ein paar sehr geile Punkte gespielt", freute sich Petzschner über den Sieg gegen Kavcic. "Es ist ja kein Geheimnis, dass Rasen mein Lieblingsbelag ist, aber ich bin trotzdem etwas überrascht, dass es nach den letzten Monaten plötzlich so gut läuft. Aber vielleicht gerade deshalb. Ich mache mir keinen Kopf und war noch nie so tiefenentspannt auf dem Platz. Im Mai habe ich noch gedacht, ich könnte kein Tennis mehr spielen. Aber jetzt ist meine Hand nahezu schmerzfrei und zu 100 Prozent belastbar."

Mayer "rundum zufrieden"

In der zweiten Runde der 126. All England Championships trifft Petzschner nun auf seinen an Nummer 31 gesetzten Landsmann Mayer, der den auf Rasen starken Dmitri Tursunov überraschend locker im Griff hatte. Im ersten Satz wehrte er alle vier Breakchancen des Russen ab und setzte sich im Tiebreak nach 2:3-Rückstand mit fünf Punkten in Folge noch deutlich mit 7:3 durch. Danach verlief das Spiel einseitig, die weiteren Durchgänge gingen klar mit 6:2 und 6:3 an Mayer. Die zweite Runde aus dem Vorjahr hat Deutschlands aktuelle Nummer 1 damit auch schon verteidigt. "Ich bin rundum zufrieden. Ich habe sehr konzentriert gespielt und keine Schwächen gezeigt. Im ersten Satz hat er auf sehr hohem Level gespielt, er ist nach wie vor ein sehr gefährlicher Spieler und ein schweres Los für die erste Runde."

Mayer auf dem Papier Favorit

Wie Mayer nun dem Duell mit Petzschner entgegenblickt? "Von der Rangliste her bin ich favorisiert gegen Philipp, aber wir haben beide viel gemeinsam: Wir hatten Verletzungspech und spielen beide eine grottenschlechte Saison. Es wird ein offenes Match. Ich werde einfach Spaß haben und mir keinen Kopf machen, denn ich habe schon so oft in der zweiten Runde eines Grand Slams verloren. Wir haben noch nie auf Rasen gegeneinander gespielt. Es ist sein Lieblingsbelag, aber der Wimbledon-Rasen ist für mich auch optimal." Über die Favoritenrolle herrschte somit Einigkeit, denn auch Petzschner sieht sie bei Mayer: "Gegen Flo sehe ich mich als Außenseiter, für mich ist es gegen ihn noch nie gut ausgegangen. Aber wir werden sehen, ich gebe mein Bestes."

Gasquet für Kamke eine Nummer zu groß

Kamke war als erster der 15 gestarteten deutschen Profis in Wimbledon ausgeschieden. Der Lübecker verlor sein Erstrunden-Match klar mit 2:6, 2:6, 2:6 gegen den an Nummer 18 gesetzten Franzosen Richard Gasquet. Nach zwei vergebenen Breakbällen bei 1:1 im ersten Satz war Kamke chancenlos, konnte Gasquet auch in weiterer Folge kein einziges Mal den Aufschlag abnehmen und kassierte selbst je zwei Breaks pro Satz. Kamke, Nummer 84 der ATP-Rangliste, hatte 2010 beim wichtigsten Rasentennisturnier der Welt mit seiner Drittrunden-Teilnahme noch sein bestes Grand-Slam-Resultat erreicht. (Text: dpa / MaWa; Foto: GEPA pictures)

Hier die aktuellen Ergebnisse der Herren aus Wimbledon: Einzel, Doppel

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