Tipps von Boris Becker: Wie man Wimbledon gewinnt

15.06.2012 | 13:18 · (tennisnet)

Der dreimalige Wimbledonsieger gibt gegenüber „The Tennis Space“ Ratschläge, wie man erfolgreich auf Rasen spielt.

Bild: Jürgen Hasenkopf

Beuge deine Knie:

„Das ist das Wichtigste. Du bewegst dich auf Rasen komplett anderes als auf jedem anderen Belag. Es ist sehr rutschig, sehr weich, und der Ball springt sehr flach ab. Deshalb, ob du es magst oder nicht, musst du die ganze Zeit deine Knie beugen. Die ersten paar Tage spürst du es in deinen Beinen weitaus mehr als auf jedem anderen Belag.“

Verstehe die Bewegung des Balles:

„Auf Rasen ist der Absprung weicher. Du willst, dass dein Gegner in den offenen Platz rennt, weil der Ball von ihm weggleitet. Wenn die Spieler dann den Ball erreichen, rutschen sie wahrscheinlich auf dem Rasen aus. Du willst deinen Gegner bewegen.“

Verkürze die Punkte –Stopps können tödlich sein – und gehe ans Netz, wenn du kannst:

„Verkürze die Punkte – die Spieler tun das nicht oft genug. Ein Stopp kann auf Rasen tödlich sein. Du musst nicht ans Netz kommen, um tolle Volleys zu spielen, aber benutze den Rasen, um die Punkte zu verkürzen. Die meisten Grundlinienspieler fühlen sich am Netz nicht wohl. Wenn du das Verständnis dafür hast, wie man schnellere Punkte macht, weißt du, dass du attackieren und den Rasen benutzen musst. Viele Spieler spielen auf Rasen genauso wie auf Sand. Deshalb hat man auch so viele lange Rallyes.

Die Leute sagen, dass man heutzutage nicht mehr Serve-and-Volley spielen muss. Ich verstehe das. Du musst nicht Serve-and-Volley spielen, aber du kannst trotzdem ans Netz kommen. Selbst Nadal und Djokovic kamen in den Jahren, als sie Wimbledon gewonnen haben, ans Netz und suchten den schnellen Volley. Auf Rasen zu spielen, war für mich natürlich. Ich musste nicht nachdenken. Das war das Gleiche bei Spielern wie Sampras und Edberg. Aber für viele andere ist das nicht natürlich. Deshalb tun sie das auch nicht.“

Spiele nicht so, als ob du auf Hartplatz wärst. Du bist es nicht:

„Der Rasen ist etwas anders, als ich gespielt habe. Aber er ist kein Hartplatz. Ich glaube, dass die Bälle etwas dicker sind, was das Spiel etwas verlangsamt. Aber es ist immer noch ein Rasenplatz.“ (Quelle: The Tennis Space; Foto: Jürgen Hasenkopf)


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