Mario Ancic – Späte Zweifel am frühen Rücktritt

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 05.11.2016, 00:00 Uhr

Plötzlich war er dann weg von der ATP-Bühne, der Mario Ancic. Eine schmucklose Niederlage im Doppel an der Seite von Julian Knowle bei den BMW Open in München im Jahre 2010 sollte das letzte Kapitel der Karriere des Kroaten sein, der es in der Einzel-Weltrangliste bis auf Position sieben gebracht hatte. Mit 26 Jahren war auch schon Björn Borg (erstmals) in Rente gegangen, zu einer Zeit allerdings, als an erfolgreiches Tennis jenseits der 30 nicht zu denken war. Auch Mario Ancic hatte dafür dereinst die Fantasie gefehlt, wurde zudem von chronischen Rückenschmerzen gequält, er verdingt sich mittlerweile erfolgreich als Börsenmakler.

Und blickt dennoch leicht wehmütig auf die aktuellen Entwicklungen auf der Tour. "Heutzutage kann man mit 28, 29 Jahren noch große Resultate erreichen, man muss sich nur Stan Wawrinka ansehen", erklärte Ancic gegenüber einer kroatischen Website. "Wenn ich darüber nachdenke, was ich mit 23 Jahren getan habe, frage ich mich natürlich, was für mich noch alles möglich gewesen wäre." Gecoacht wurde Mario in seiner aktiven Zeit von Bruder Ivica, der vor kurzem seinen Trainerjob bei der kroatischen Hoffnung Borna Coric angetreten hat.

Kroatische Trainerschule

Weitaus prominenter ist der Schützling eines weiteren Landsmannes von Ancic, von Ivan Ljubicic: Der kümmert sich schließlich um Roger Federer. "Ivan macht seinen Job sehr gut, das hat er bereits gezeigt, bevor er Rogers Coach geworden ist", so Ancic. "Er hat es schon bei Raonic gezeigt, den er näher an die Großen Vier herangeführt hat. Es war natürlich Pech, dass sich Roger verletzt hat, die Zeit geht auch an ihm nicht vorüber. Obwohl er ein fantastischer Spieler ist, vielleicht der beste aller Zeiten. Deswegen wird das kommende Jahr extrem wichtig, für Ivan als Coach wie auch für Federer als Spieler."

von Jens Huiber

Samstag
05.11.2016, 00:00 Uhr