Barbara Schett über Fall Rybakina: "Komplettem Brainwashing unterzogen"
Barbara Schett über die Probleme im Falle von Elena Rybakina und ihrem Coach - und eigene Erfahrungen aus Angst vor persönlichen Konsequenzen.
von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet:
26.02.2025, 11:57 Uhr
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Der Fall Elena Rybakina überschattet seit längerer Zeit die Tenniswelt. Rybakinas Coach Stefan Vukov wird vorgeworfen, Rybakina mental missbraucht zu haben - erst kürzlich wurde er seitens der WTA gesperrt.
Eine, die ganz nah dran ist an der Szene, hat sich nun zu Wort gemeldet: Barbara Schett. “Meiner Meinung nach hat er Elena einem kompletten Brainwashing unterzogen”, erklärte die ehemalige Top-10-Spielerin aus Österreich in einem Gespräch mit kicker.at. Man bekomme mit, wie Vukov mit Rybakina umgehe, berichtete Schett weiter. Bei den US Open 2024 sei alles eskaliert. Rybakinas Familie habe versucht, ihn zu entfernen.
Mit begrenztem Erfolg. Vukov war Anfang des Jahres dann doch wieder an der Seite von Rybakina bei den Australian Open. “Man weiß, dass sie psychisch große Aufs und Abs hat, wahrscheinlich auch seinetwegen. Er hat sie definitiv mental missbraucht und deshalb finde ich es richtig, dass er von der WTA gesperrt wurde”, so Schett.
Barbara Schett: Vor Jelena Dokics Vater “irrsinnige Angst” gehabt
Dass Rybakina ihn stets verteidige, habe einen schlichten Grund: “Weil sie gebrainwashed wurde!” Schett erklärte, darüber auch ausführlich mit Goran Ivanisevic gesprochen zu haben, mit dem Rybakina nur wenige Wochen um den Jahreswechsel zusammengearbeitet hatte. Ivanisevic sehe das Problem darin, dass Rybakina und Vukov auch privat liiert seien. “Er muss weg aus ihrem Leben, nach all dem, was er sich geleistet hat. Ich habe in Australien selbst mitbekommen, was er aus der Players Box alles reingerufen hat. Das geht einfach nicht. Daher finde ich es super, dass die WTA ihre Spielerinnen schützt und Konsequenzen gezogen hat."
Sie selbst habe einen ähnlichen Fall zu ihrer aktiven Zeit miterlebt, bei Jelena Dokic. Vor deren Vater habe sie “irrsinnige Angst” gehabt. “Ich hätte wahrscheinlich nie etwas gesagt, weil ich gedacht habe, der bringt mich um.” Viele Spielerinnen würden sich daher wohl auch nicht trauen, sich zu Rybakina zu äußern. Einige hätten es aber getan. Schett: “Wichtig ist, dass die Anonymität gewahrt bleibt, weil sie einfach Angst haben. Und ich bin auch schon gespannt, was mit dem Vater von Leylah Fernandez passiert, weil das ist ein Wahnsinn, wie der mit seiner Tochter umgeht … Es ist schlimm, dass es so etwas heutzutage noch gibt und teilweise akzeptiert wird."
Zum gesamten, sehr lesenswerten Interview mit Barbara Schett geht's hier!