Das belarussische „Flaggen-Gate“ um Aryna Sabalenka
Im Endspiel des WTA-1000er-Events in Miami war Aryna Sabalenka von ihrer US-amerikanischen Gegnerin Jessica Pegula auf dem Weg zum Premierentitel in Florida nicht zu stoppen. Auch von einem kurzen Störfeuer durch ihre Fans ließ sich die Belarussin nicht aufhalten.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
31.03.2025, 10:25 Uhr

An und für sich ist es keine einfache Aufgabe, wenn man als nichtamerikanische Spielerin im Endspiel auf US-Boden auf eine einheimische Gegnerin trifft. So auch im Finale des WTA-1000er-Turniers in Miami, in dem die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka auf die US-Amerikanerin Jessica Pegula traf. Dennoch durfte sich die Belarussin einer nicht zu unterschätzenden Fanbase gewiss sein. Zum einen hat sie einen festen Wohnsitz im Sunshine-State und erfreut sich dort mittlerweile großer Beliebtheit, zum anderen war auch wieder eine Gruppe ihrer Landsleute in der ersten Reihe vertreten, die sie von Beginn an fanatisch anfeuerten und unterstützten.
Spannung war im Finale überwiegend im ersten Satz geboten, als sich Sabalenka nach einer schnellen 2:0-Führung sogar mit Break im Rückstand sah. Auch ihre engsten Anhänger waren in dieser Phase voll „on fire“. Als die 26-jährige mit einem Break den 3:3-Gleichstand und somit die Rückkehr ins Match fixierte, ließen sich drei ihrer Landsleute dazu hinreißen, die belarussische Flagge deutlich sichtbar hochzuhalten. Eigentlich ein gängiges Ritual fanatischer Fans, wäre die Präsentation der rot-grünen Flagge seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine als Unterstützerland nicht verboten.
Und so rief das Prozedere sofort die Sicherheitskräfte auf den Plan, welche die drei handelnden Personen stellten und diese dazu anhielten, dieses Vorgehen nicht zu wiederholen. Da sich die geläuterten Fans diszipliniert an die Anweisung hielten, durften sie das Match bis zum Ende am angestammten Platz weiterverfolgen und ihre Favoritin zum Titelgewinn anfeuern.
Zum Glück konnte das besonnen handelnde Sicherheitspersonal die Lage schnell klären, da ein politisch motiviertes Vorgehen nicht erkennbar war. Bestimmt anders hätte sich die Lage dargestellt, wenn es sich bei der Finalgegnerin von Sabalenka um eine ukrainische Spielerin wie z.B. Marta Kostyuk oder Elina Svitolina gehandelt hätte.