Luka Talan Lopatic: Federer als Vorbild, Casio-Uhren als Leidenschaft

Ein freundliches Lächeln, ein Lacoste-Outfit und jede Menge Ehrgeiz: Luka Talan Lopatic steht noch ganz am Anfang seiner Profikarriere, weiß aber bereits ziemlich genau, wohin die Reise gehen soll. Der 18-jährige Slowene hat eine interessante Entwicklung hinter sich und möchte nun auf der internationalen Tennisbühne den nächsten Schritt machen.

von Florian Heer aus Valencia
zuletzt bearbeitet: 04.11.2026, 20:57 Uhr

Luka Talan Lopatic
© Florian Heer
Luka Talan Lopatic

In dieser Woche bietet ihm das IV Internacional Ciudad de Valencia die passende Gelegenheit dazu. Beim World Tennis Tour M25-Turnier kämpfte sich Talan Lopatic zunächst erfolgreich durch die Qualifikation und legte anschließend mit einem Sieg in der ersten Runde der Hauptrunde nach. Zwischen Einzel und Doppel nahm sich der junge Tennisprofi dennoch Zeit für ein Gespräch – und hinterließ dabei nicht nur sportlich, sondern auch menschlich einen sympathischen Eindruck.

Aktuell steht Talan Lopatic auf Platz 861 der ATP-Weltrangliste – seine bisher beste Platzierung. Dass er einiges an Potenzial mitbringt, deutete er bereits im Juniorenbereich an. Dort kletterte er bis auf Rang 56 der Weltrangliste. Nun gilt es, diese Grundlage auch auf den Weg in den Profibereich zu übertragen.

Zwischen Slowenien, Spanien und den USA

Seine Geschichte ist international geprägt. Geboren in Ljubljana, zog Talan Lopatic bereits im Alter von neun Jahren nach Spanien. Inzwischen lebt er seit fast einem Jahrzehnt auf der Iberischen Halbinsel und hat in Alicante seine sportliche Heimat gefunden. Dort arbeitet er mit seinem Coach Isidro zusammen. Trainiert wird unter anderem bei der ATC - Alicante Tennis Competition sowie im traditionsreichen Club Atlético Montemar.

Eine weitere wichtige Station führte ihn im vergangenen November in die Vereinigten Staaten. Für ein Jahr sammelte er College-Erfahrung an der University of Oklahoma. Neben dem Tennissport stand dort auch ein Studium im Bereich Sports Business auf dem Programm.

„Es war eine sehr schöne Erfahrung. Die Einrichtungen, die Trainer und meine Teamkollegen waren wirklich gut. Ich bin dafür sehr dankbar, denn ich habe unglaublich viel gelernt“, erzählt Talan Lopatic.

Der Alltag in Oklahoma hatte es durchaus in sich. Morgendliches Training, Fitnessprogramm und mehrere Vorlesungen gehörten zur Tagesordnung. Zwei oder manchmal sogar drei Unterrichtseinheiten am Tag waren keine Seltenheit. „Wir haben morgens trainiert, sind anschließend in die Vorlesungen gegangen, haben Fitness gemacht und waren danach wieder in der Uni. Der Stundenplan war immer voll. Aber wenn man seine Teamkollegen sowohl im Training als auch in den Kursen um sich hat, fällt vieles leichter. Die Zeit vergeht dann wie im Flug.“

Eine Rückkehr in das US-Amerikanische College-System schließt er für die Zukunft nicht aus. Zunächst möchte er sich jedoch ganz auf seine Profikarriere konzentrieren. „Vielleicht komme ich irgendwann zurück. Aber aktuell möchte ich hierbleiben, Futures spielen und schauen, wie sich die Dinge entwickeln. Vielleicht sind schon bald auch Challenger-Turniere möglich.“

Angriffslustig, aber mit Köpfchen

Auch sein Spielstil passt zu seinen Ambitionen. Talan Lopatic sieht sich als variablen Spieler, der gerne das Kommando übernimmt, aber ebenso gut aus der Defensive agieren kann.

„Ich spiele gerne offensiv, kann aber auch gut kontern. Mir gefällt es, Punkte aufzubauen und cleveres Tennis zu spielen. Ich habe meiner Meinung nach gute Schläge, sowohl mit der Vorhand als auch mit der Rückhand, und kann damit viele unterschiedliche Dinge machen.“ Seine Vielseitigkeit möchte er künftig noch stärker mit einem aggressiven Ansatz verbinden. Dabei gehe es vor allem darum, je nach Spielsituation die richtige Entscheidung zu treffen und das eigene Spiel kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Dass neben den spielerischen Fähigkeiten auch die mentale Komponente entscheidend ist, zeigte sich bereits bei seinem Auftaktsieg in Valencia. Sein Gegner war mit dem Spanier Sergi Fita Juan ein alter Bekannter. „Es war eine schwierige Partie. Ich hatte viele Möglichkeiten, die ich eigentlich hätte nutzen müssen. Am Ende war es vor allem eine mentale Angelegenheit. Aber in den entscheidenden Momenten habe ich gut gespielt.“ 

Auch im zweiten Satz blieb es eng, ehe Talan Lopatic in den Schlussphasen die besseren Lösungen fand und die Partie für sich entschied.

Federer als großes Idol – und eine Schwäche für Uhren

Tennis ist allerdings nicht alles im Leben des 18-Jährigen. Seine sportlichen Vorbilder sind schnell gefunden: Roger Federer war schon immer sein absoluter Lieblingsspieler. Auch wenn der Schweizer längst seine Karriere beendet hat, verfolgt Talan Lopatic natürlich weiterhin das Geschehen auf der Tour.

„Alcaraz und Sinner sind fantastische Spieler. Und Djokovic vollbringt trotz seines Alters immer noch unglaubliche Dinge. Aber für mich war es immer Roger. Ich bin ein großer Federer-Fan.“

Abseits des Courts hat der Slowene eine durchaus ungewöhnliche Leidenschaft entwickelt: Er sammelt Uhren. Seine bisherige Kollektion umfasst acht Casio-Modelle sowie jeweils eine Uhr von Tissot und Orient. „Ich habe zu viele Casios“, sagt er lachend. Einige davon möchte er inzwischen sogar wieder verkaufen. Einen kleinen Traum hat er dabei auch schon im Hinterkopf: „Vielleicht sponsern sie mich eines Tages. Das würde mich natürlich sehr freuen!“ Auch Fußball und Basketball verfolgt er gelegentlich. Die Daumen hält er dabei für Real Madrid gedrückt.

Top 600 als nächstes Etappenziel

Bei aller Lockerheit ist Talan Lopatic durchaus ambitioniert. Für den weiteren Verlauf seiner noch jungen Karriere hat er klare Vorstellungen.

„Ich möchte weiter hart arbeiten und mich verbessern. Wenn ich mich kontinuierlich entwickle, werden irgendwann auch die Ergebnisse kommen. Mein Ziel wäre es, das Jahr ungefähr auf Platz 600 zu beenden. Wenn es nicht klappt, ist das aber auch in Ordnung. Das Wichtigste ist, weiter Fortschritte zu machen.“

Auch seine Verbindung zum slowenischen Tennis möchte er künftig wieder stärker pflegen. Talan Lopatic durfte bereits für sein Heimatland im Davis Cup auflaufen und bezeichnet diese Erfahrung als besondere Ehre. Während seiner Zeit in den Vereinigten Staaten war eine weitere Nominierung allerdings nicht möglich. Für die Zukunft hofft er auf neue Gelegenheiten. Die Zeichen dafür stehen gut.
 

von Florian Heer aus Valencia

Donnerstag
05.11.2026, 17:15 Uhr
zuletzt bearbeitet: 04.11.2026, 20:57 Uhr