Next Gen Gipfel im Finale des HTT Babolat Cups
Der eine ist nach langer Verletzungs-, und Krankheitspause zurück auf HTT Finalebene, der andere in ...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
25.02.2025, 14:18 Uhr
Der eine ist nach langer Verletzungs-, und Krankheitspause zurück auf HTT Finalebene, der andere in der Form seines Lebens und seit acht HTT Matches ungeschlagen. Das sind die Ingredienzien für den allseits mit Hochspannung & Vorfreude erwarteten serbisch-österreichischen Teenager-Gipfel im Finale des 8. Babolat Cups 2025 (LIVE ab 20:15 Uhr im Ticker auf www.hobbytennistour.at) zwischen dem 2fachen HTT Masters 1000 Champion Julian Jelinek und dem HTT-Shootingstar Vuk Jovanovic. Die beiden Youngsters machten am Montag Abend mit zwei klaren Halbfinal-Erfolgen auch nochmals Werbung in eigener Sache für das anstehende Endspiel beim 15. HTT Saisonturnier 2025. Ein Bericht von C.L
Das Beste was die HTT Next Gen derzeit zu bieten hat
Der Februar Masters Series 1000 Champion von 2024 gegen jenen von 2025, mit einem Wort die Februar-1000er-Sieger der vergangenen beiden Jahre im Duell, hochkarätiger könnte die Besetzung des Endspieles beim nach einem Jahr Pause wieder ausgetragenen Babolat Cup im UTC La Ville gar nicht sein. Die lange erwartete Wachablöse auf der HTT, der nicht aufzuhaltende Generationenwechsel scheint zu Saisonbeginn 2025 also tatsächlich vonstatten zu gehen. Zwar sind die Top 3 der HTT Computer-Rangliste immer noch fest in Händen der Ü30 Generation, werden die HTT Charts immer noch vom 42jährigen Damian Roman angeführt, doch ab HTT 250er-Ebene aufwärts, hatten die Oldboys & Routiniers im Circuit heuer noch nichts zu lachen, gewonnene Titel bei bislang sechs Turnieren so nebenbei ein glatte Fehlanzeige. Auch heute Abend im Finale des dritten HTT 500-Turniers 2025 sind die “young guns” unter sich. Julian Jelinek gegen Vuk Jovanovic, das Beste was die Next Generation der HTT derzeit zu bieten hat, wird uns am Abend wohl erneut einen Einblick in die Zukunft ohne die HTT Legenden der Vergangenheit gewähren.
Vuk Jovanovic dominiert “Mister 50 Prozent” Rene Gräflinger
Vuk Jovanovic und Julian Jelinek haben sich am Montag Abend im Halbfinale der achten HTT Babolat Cup 500 Ausgabe für den anstehenden Final-Fight warm gespielt. Zunächst prolongierte Serbiens neuer HTT Shootingstar Vuk Jovanovic im Generationen-Duell gegen den 20 Jahre älteren Rene Gräflinger seine momentane Hochform, und setzte mit einem nie gefährdeten 6:3, 6:3 Erfolg seinen Höhenflug mit dem achten HTT Einzelsieg in Serie fort. Der frischgebackene Babolat Februar Masters Series 1000 Champion, der im Vorfeld großen Respekt vor den Erfolgen seines Gegenübers zeigte, und auch von den Vorhand-Möglickeiten Gräflingers schwärmte, hatte alsbald in diesem Halbfinale die Scheu vor dem großen Namen abgelegt, und wie gewohnt sein druckvolles Tennis von der Grundlinie aufgezogen. Die Entscheidung im insgesamt nur 28 Minuten dauernden ersten Satz fiel mit nur einem Break, das der wie immer im Basketball-Shirt agierende Jovanovic zum 3:1 aus dem Hut zauberte. Selbst blieb der 19jährige bei eigenem Aufschlag unantastbar, gab nur sechs Punkte beim Service ab, und war dem 2fachen HTT Finals-Gewinner und 2fachen HTT US Open Sieger aus Kärnten in der ersten halben Stunde des ersten direkten Duells der beiden HTT-Asse turmhoch überlegen. Die Dominanz des jungen Serben ist allerdings schon auch unter der Prämisse zu sehen, dass Gräflinger derzeit als Mister 50 Prozent über die Courts läuft, und angesichts seiner Handgelenksverletzung weiterhin ohne einem seiner Paradeschläge – der beidhändigen Rückhand – agieren muss.
Gräflinger hadert mit seiner Handgelenksverletzung und der dadurch fehlenden beidhändigen Rückhand
Ein Match auf diesem Niveau ausschließlich mit Slice von der Rückhandseite zu bestreiten, ist auf Dauer nicht von Erfolg krönbar. Direkte Punkte von der Rückhand sind dem ehemaligen Ranglisten-Ersten aus Ferlach kaum gelungen, der Druck mit der Vorhand daher viel kompensieren zu müssen, erhöhte die Fehlerquote beim besten Schlag des 39jährigen Kärntners. Das zeigte sich auch im zweiten Durchgang, in dem Gräflinger bei 1:0 Führung die ersten beiden Break-Möglichkeiten und die Chance auf eine mögliche Wende just mit zwei Rückhand-Patzern vergeigte. Im Gegenzug kassierte Gräflinger das Break zum 1:2, hielt sich danach tapfer kämpfend bis 2:4 im Spiel, ehe er sich den zweiten Aufschlagverlust zum 2:5 eingefangen hatte. Den langjährigen HTT Dominator in unter einer Stunde abzufertigen, diese Gelegenheit verpasste Jovanovic dann mit einem schlampig gespielten Aufschlaggame in einer kurzen Phase der Unkonzentriertheit, in der er mit zwei unforced errors seine makellose Service-Statistik an diesem Abend verbockte. Egal, denn Gräflinger, der im zweiten Satz zumindest phasenweise seine große Klasse demonstrierte und Vorhand-Winner vom Feinsten im Feld des Gegners platzierte, ließ im letzten Aufschlagspiel eine 40:0 Führung und insgesamt vier Spielbälle zum 4.5 aus, ehe der stark returnierende Jovanovic seinen zweiten Matchball zum 6:3, 6:3 Erfolg verwandelte. “Ich habe mich heute wieder gut gefühlt, wenngleich die Schläge nicht so locker wie in den letzten Wochen waren. Am Schluss bin ich nervös geworden, aber insgesamt hatte ich das Spiel sicher im Griff” analysierte der Sieger. “Ich stehe oft noch sehr schlecht zum Ball. Mir fehlt die Beinarbeit, die Matchpraxis und natürlich meine beidhändige Rückhand”, brachte es derweil der unterlegene Rene Gräflinger auf den Punkt.
Julian Jelinek ist zurück auf HTT Finalebene
Im zweiten Vorschlussrunden-Duell beim 8. Babolat Cup 500 jubelte Julian Jelinek nach einem in 75 Minuten errungenen 6:2, 6:2 Erfolg über Bulgariens Rumen Lazov über den ersten Finaleinzug seit April 2024 und nach seiner Rekonvaleszenz. Der 16jährige vom Better Tennis Club Traiskirchen, blieb gegen den ersten bulgarischen HTT 500er-Semifinalisten seit 2007 in beiden Sätzen souverän, und darf damit weiter vom perfekten Comeback nach seiner verletzungs-, und krankheitsbedingten Leidenszeit träumen. Jelinek steht am Abend in seinem dritten HTT Karriere-Endspiel, und startet in den finalen Vergleich mit Shootingstar Vuk Jovanovic mit einer 2:0 Finalbilanz, “Das wird ein ganz schwieriges Match, ich kenne den Julian natürlich gut. Er ist ein unheimlich intelligenter Spieler, mit viel Gefühl und dem Auge für Ball & Gegner. Ich freue mich auf das Finale, es kann ein großes Match werden”, zeigte sich Vuk Jovanovic am Vorabend gespannt.